Erwartungen an mich selbst

Auch wenn ich noch keine 20 Jahre alt bin, wird von mir täglich von unterschiedlichsten Seiten sehr viele verschiedenes erwartet. Egal ob Eltern, Lehrer, Mitschüler, Geschwister, Kinder, Haustiere,… jeder hat unterschiedlichste Erwartungen und ein paar davon beziehen sich (wenn auch unbewusst) auf mich. Doch in dem ganzen Wirrwarr, gibt es da auch noch mich selbst, denn auch ich habe Erwartungen an mich.

Nachdem ich mich in letzter Zeit wieder mehr mit mir selbst beschäftige, wollte ich ein paar der unzähligen Erwartungen von mir an mich transparenter und mir somit auch bewusster machen. Außerdem habe ich mich damit auseinander gesetzt, wie ich all die Erwartungen auch erfüllen kann. Ich persönlich finde das natürlich sehr interessant und hoffe, dass auch ihr etwas von diesem Beitrag mitnehmen könnt.

Positiv auffallen

Ich erwarte von mir, dass ich in meinem Umfeld positiv auffalle. Nichts mag ich weniger, als wenn wer meint ich sei unsympathisch, gemein oder gar gehässig. Sind Menschen dann negativ zu mir, und wenn es nur ein bisschen negative Kritik ist, schlägt dass dann sofort auf mein Selbstwertgefühl. Einfach gesagt: Ich vertrage eher schlecht Kritik und beziehe diese dann sofort auf mich im allgemeinen.
Mein Ziel ist es immer, dass Menschen mich als herzlich, nett und einfach als gute Person wahrnehmen. Nicht Kommentare wie: „Warum ist sie immer so schlecht drauf?“, sondern ähnliches wie „Wie schafft sie dass alles und hat noch immer Zeit für mich?“ möchte ich hören. Vielleicht ist dieses Ziel hoch gesteckt und sehr schwer zu erreichen, aber irgendwie erwarte ich es dann doch von mir.

Ich erfülle diese Erwartung indem ich mich echt überall total reinhänge um möglichst das beste zu erreichen. Außerdem versuche ich durch Offenheit, Echtheit und Weitblick gute Eindrücke zu hinterlassen. Funktioniert das immer? Nein und außerdem ist das auf Dauer echt anstrengend, vielleicht sogar ungesund.

Gerechtigkeit & Loyalität

Ich erwarte von mir, dass ich ein guter Mensch bin. Gerechtigkeit und Loyalität sind deswegen sehr wichtig für mich. Treue, Verbundenheit, Fairness, Aufrichtigkeit, Anstand, Ehrenhaftigkeit, Redlichkeit, Zuverlässigkeit, Ergebenheit und Beständigkeit; Alles ist wichtig. Für mich zählen zwischenmenschliche Beziehungen sehr viel und nur mit diesen Grundsteinen können diese auch funktionieren. Manchmal fällt es mir sehr schwer diese Erwartung(en) auch zu erfüllen, ist es nicht in gewissen Situationen einfacher das Gegenteil zu tun.

Ich erfülle diese Erwartungen indem ich versuche zwischenmenschliche Beziehungen, egal in welcher Situation sich der andere gerade befindet, zu fördern und auch bei anderen gerecht zu handeln. Es gibt viele Probleme auf dieser Welt. Ich bin mir sicher, dass die meisten durch Gerechtigkeit & Loyalität gar nicht erst zustande gekommen wären.

Ordentlichkeit, Struktur & Gewissheit

Egal ob privat oder nicht, Ordentlichkeit, Struktur & Gewissheit gibt mir Sicherheit. Wahrscheinlich deswegen erwarte ich diese Fähigkeiten auch von mir. Etwas gut Organisiertes ist gleich hundertmal besser. Außerdem hat es auch entspannende Züge an sich. Natürlich darf das nicht zu weit gehen und ins Krankhafte ausarten, gewisse Dinge gehören in meiner Welt jedoch einfach strukturiert. Spontaner, ungeplanter Urlaub in welchem man einfach so auf den Flughafen fährt, ohne zu wissen wo es hingeht, klingt für mich nach einem Höllentrip. Vielleicht wirken auch deswegen neue Situationen teilweise beängstigend auf mich, denn sie vermitteln Ungewissheit.

Ich erfülle diese Erwartungen indem ich so gut es geht plane, mir einen Überblick (z.B. Wochenüberblick) verschaffe und auch mein Leben möglichst ordentlich halte. Spontanes hat teilweise zwar auch etwas schönes an sich, werden Spontanitäten jedoch zu groß und ungewiss, blase ich sie ab. Im Prinzip drücke ich mich davor, was sicherlich nicht die beste (aber die einfachste) Lösung ist.

Lebensmeister werden

Das Leben meistern, mit allen Höhen und Tiefen. Bis jetzt hatte ich zum Glück deutlich mehr Höhen und noch kein einziges wirklich tiefes Tief. Aber ich bin mir sicher, dass es kommen wird und genau dann möchte ich es überwinden! Ich erwarte von mir, mich nicht so schnell auf die Knie zwingen zu lassen und selbst wenn ich schon unten bin, weiter zu kriechen. Außerdem bin ich mir sicher, dass das jeder (mit genug Selbstdisziplin) schaffen kann.

Ich erfülle diese Erwartung indem ich schon jetzt versuche Erfolge und auch Misserfolge zu schätzen. Aus allem kann man lernen, auch wenn positive Verstärker durchaus angenehmer sind. In Psychologie habe ich erst gelernt, dass es z.B. bei der operanten Konditionierung egal ist, ob eine Handlung positiv oder negativ verstärkt wird, der Lernerfolg ist gleich. Dieser Fakt heitert mich irgendwie immer wieder auf.


Das waren die 4 wichtigsten und auch größten Erwartungen von mir an mich. Was sind eure Erwartungen an euch?

Liebe Grüße,
Sarah

Advertisements

4 Gedanken zu “Erwartungen an mich selbst

  1. Ich finde es unglaublich beeindruckend, wie sehr du in diesem (jungen) Alter schon reflektierst, analysierst und optimierst! Ich hab das früher zwar auch getan, aber bei weitem nicht so strukturiert und bewusst wie du. Ich bin mir sicher, dass du alle Ziele erreichst, die du dir vornimmst! Und was das „gefallen“ angeht – manchmal muss man auch mal seine Meinung klar und deutlich sagen und sich von negativen Menschen distanzieren, das gehört dazu. Danke für deine Offenheit!

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für deinen netten Kommentar! Deine Worte haben mir wirklich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert! Es freut mich, wenn der Beitrag dich angesprochen hat, denn das ist für mich immer etwas ganz besonderes.
      Ich finde deinen Zugang zum „gefallen“ sehr gut. Du sagst nicht „Versuche nicht allen Menschen zu gefallen“ sondern „Distanziere dich von negativen Menschen“. Dieser Tipp ist für mich sehr hilfreich und auch umsetztbar :)!
      Alles Liebe!

      Gefällt 1 Person

  2. Zoey

    Liebe Sarah,
    Das ist ein sehr toller Blogpost, der auch mich zur Selbstreflexion anregt. Organisationstalent ist mir angeboren, ich muss eher darauf achten, dass Spontanität nicht zu kurz kommt – und dass ich mich davon nicht stressen lasse. Besonders toll klingt die letzte Erwartung. Diesen Anspruch an mich selbst übernehme ich einfach von dir, du hast das so toll formuliert. Es muss nicht immer alles perfekt laufen, ich darf auch mal traurig oder wütend sein; aber ich werde mein Leben meistern. Klingt nach einem vernüftigen Plan!
    Alles Liebe
    Zoey

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Zoey!
      Dankeschön. Es freut mich, dass ich dich zur Selbstreflexion angeregt habe!
      Ich bin leider auch nicht wirklich spontan und (wie du wahrscheinlich sehr gut weißt) ist das im Leben manchmal wirklich blöd. Aber dafür können wir gut organisieren und das macht vielleicht viele Spontanitätszweifel wieder weg :).
      Lebensmeister wollen wir wahrscheinlich alle werden & ich wette das gelingt und auch! Man darf einfach nicht das Ziel aus den Augen verlieren :)!
      Alles Liebe!!!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s