Bullet Journal – warum ich es nicht mehr benutze

Im Blogpost „Wie ich plane“ habe ich bereits erwähnt, dass ich kein Bullet Journal mehr führe. Aber warum habe ich nach 8 Monaten wieder damit aufgehört? Die Idee dahinter fand ich ja immer gut und doch liegt es mittlerweile nur noch in meiner Schreibtischschublade. Wie konnte es so weit kommen?

Was ist überhaupt ein Bullet Journal?

Das Bullet Journal (kurz BuJo) wurde von Ryder Carroll ins Leben gerufen. Die Idee dahinter ist Notizbuch, Kalender und Tagebuch zu vereinen. Carroll beschreibt es so: „It´s an analog system I designed to track the past, organise the present and plan for the future.“

Mithilfe von verschiedenen „Spreads“ and „Logs“, also individuellen Seitendesigns, kann man alles was man so zu Papier bringt ordnen und somit in einem Buch unterbringen. Man braucht dazu nur ein reguläres Notizbuch.

Wer mehr dazu erfahren will, kann alles auf Ryder Carrolls Blog nachlesen nachlesen.

Das war mein Bullet Journal

fullsizeoutput_21f6.jpeg

Ich benutzte ein A5 Hard Cover Notizbuch von Leuchtturm in dotted. Natürlich kann man dafür jedes andere Notizbuch auch benutzen. Der Vorteil am Leuchtturm 1917 gegenüber anderen Marken sind die nummerierten Seiten, die 2 Lesezeichen und das Inhaltsverzeichnis. Hinten gibt es außerdem noch eine praktische Lasche um Papierkram zu verstauen.

Ich habe das Notizbuch um ca. 17€ gekauft, was zugegeben ein stolzer Preis ist. Die 2 Stiftschlaufen am Rand musste ich mir um jeweils 3€ noch dazu kaufen.

Leuchtturm produziert auch eigene BuJos. Diese haben vorne noch einen Bullet Journal Guide, ein zusätzliches Lesezeichen und allgemeine Dinge (Wie den KEY) schon hineingedruckt. Für diese minimalen Änderungen wollte ich jedoch keine 21€ bezahlen.

Warum ich das BuJo nicht mehr benutze

Nachdem ich 1000 Videos zu dem Thema gesehen hatte und hunderte Blogs dazu durchstöberte um draufzukommen, dass es eh alle ungefähr gleich benutzen, fing ich endlich an mein eigenes zu starten.

Einen Key auf die erste Seite zu schreiben ersparte ich mir, da ich ihn sowieso schon auswendig kannte. Auf die Jahres- und Monatsübersicht verzichtete ich ebenfalls, denn meinen Kalender wollte ich parallel trotzdem noch benutzen. Auch das Inhaltsverzeichnis führte ich nur am Anfang, da mit der Zeit sowieso alles irgendwie unübersichtlich wurde.

Und da kommen wir auch schon zum Punkt. Selbst nach vielen Versuchen dies zu verhindern, wurde mir das Bullet Journal zu unübersichtlich.

fullsizeoutput_21f7

Bei mir hat alles seinen Platz und genau das funktioniert im BuJo nicht wirklich. Ich startete mein Bullet Journal mit verschiedenen Spreads. Es gab eine Seite mit Life Goals, eine mit meiner Wunschliste, eine Seite mit Ideen für einen eigenen Blog, eine Bücher-die-ich-gelesen-habe-Liste, eine Notenübersicht,…

Nach diesen vielen Seiten begann ich das erste Monat, bei mir war das der Januar. Ich zeichnete einen Habit Tracker, in dem ich jeden Tag sehen konnte wie produktiv ich war. Dann machte ich einen Lernplan, welcher ähnlich aufgebaut war (hier gibt es einen eigenen Post dazu). Ja und dann fingen schon die Wochenübersichten an. Es dauerte, bis ich diese so entwickelte bis sie zu mir passten. Erst im März war ich endlich zufrieden damit.

Natürlich gab es zwischen den einzelnen Wochenübersichten auch noch Dinge aufzuschreiben. Zum Beispiel machte ich mir Lernnotizen, fertigte neue Listen an, machte Collagen und reservierte eine Seite um mein Erspartes zu tracken.

Und das war das Problem! Während ich die Wochenübersichten nicht mehr benutzte wenn die Woche vergangen war, gab es zwischen ihnen sehr viele Seiten, die ich immer wieder benutzen wollte. Mit der Zeit wurde das dann ein echtes Chaos. Im April zum Beispiel wollte ich einen neuen Wunsch in meine Wunschliste schreiben. Die alte Wunschliste am Anfang des Buches war jedoch schon voll, weshalb ich Ende Februar eine neue begann. Also musste ich die richtige Wunschliste suchen und mich zurückerinnern wann ich diese geschrieben hatte um sie auch zu finden. Das Inhaltsverzeichnis half nicht viel, da es logischerweise nicht alphabetisch geordnet war. Das alles nur um einen Wunsch einzutragen!

Ein weiterer Grund warum ich das Bullet Journal nicht mehr benutze ist die Arbeit die dahinter steckt. Viele Menschen machen ihr BuJo zu einem wahren Kunstwerk und brauchen mehrere Stunden um eine neue Wochenübersicht zu erstellen. Auch wenn ich nie zu diesen begabten Personen dazu gehörte und nicht wirklich darauf achtete, dass alles schön gestaltet ist, nahmen neue Seiten immer wieder (unnötig) Zeit in Anspruch. Wie die Wochen so verstrichen, hatte ich immer weniger Lust mich hinzusetzen um eine Wochenübersicht oder sonst irgendwas zu gestalten.

fullsizeoutput_21f0

So kam es, dass ich nach 152 Seiten und 8 Monaten Bullet Journal wieder aufgehört habe es zu benutzen. Trotzdem lebe ich noch genau gleich organisiert wie vorher. Listen schreibe ich in die Notizen-App meines Handys, Wochenübersichten drucke ich mir aus und entsorge sie sobald die Woche vergangen ist und der monatliche Lernplan hängt in meinem Zimmer an der Wand. Das Bullet Journal benutze ich nun ausschließlich als Notizbuch.

Fazit

Ein Bullet Journal hilft für eine Zeit lang sich gut zu organisieren, wird aber schnell unübersichtlich. Man darf außerdem die ganze Arbeit die man da hineinsteckt nicht unterschätzen. Das BuJo eignet sich nicht für jeden!


Ich hoffe dieser laaaange Post hat euch weitergeholfen. Lasst es mich doch wissen, ob ihr auch ein Bullet Journal führt (oder geführt habt) und was eure Meinung dazu ist!

Liebe Grüße,
Sarah

Advertisements

7 Gedanken zu “Bullet Journal – warum ich es nicht mehr benutze

  1. Ich habe es auch mal ein Jahr lang versucht, aber ich konnte damit nicht weit genug im voraus planen, mich hat die Zeichnerei irgendwann nur noch genervt. Jetzt führe ich zwar weiterhin ToDo-Listen, habe mir dafür aber einen Tageskalender aus Japan zugelegt ;)

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Sarah, das ist wirklich ein interessanter Post! Ich selber führe auch ein Bullet Journal und komme oft auch nicht hinterher. Momentan bin ich auch in einer eher unmotivierten Phase, jedoch möchte ich mein BuJo nicht aufgeben, da ich immer sehr gut damit zurecht kam und es mir auch eigentlich sehr viel Spaß bereitet. Naja, mal sehen, wie ich das mit der Motivation wieder auf die Reihe bekomme.
    Liebe Grüße, Lila

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Lila!
      Es freut mich, dass dir der Post gefallen hat :)!
      Ich hoffe sehr, dass deine unmotivierte Phase möglichst schnell vorbei geht. Wenn ich eine solche Phase habe, dann lese und schaue ich immer ganz viel zu diesem Thema und dann geht dieses Tief meistens schnell wieder vorbei 😅. Vielleicht hilft das bei dir ja auch :)…
      Viel Erfolg mit deinem BuJo weiterhin!
      Liebe Grüße,
      Sarah

      Gefällt mir

  3. Pingback: Jahresrückblick 2017 – Lebenschaot

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s